Wärmewandler
Mit der Errichtung eines „Wärmewandlers“ im Energiepark Linz-Mitte reagiert die LINZ AG auf die aktuelle Situation und setzt einen weiteren Schritt beim Ausbau ihres Erneuerbaren Anteils in der Wärmeerzeugung. Hier erfahren Sie, wie die Technologie funktioniert und welchen Beitrag sie für Klima und Versorgungssicherheit leistet:
Projektziel und Bedeutung
Mit dem Wärmewandler nutzt die LINZ AG das verbleibende Abwärmepotenzial aus der Biomasse‑ und Reststoff‑Fernwärmeerzeugung. Dadurch entsteht mehr nutzbare Wärme aus derselben Brennstoffmenge. Das steigert die Energieeffizienz, erhöht die Versorgungssicherheit und leistet einen konkreten Beitrag zu Klima‑ und Umweltschutz. In Summe kann so der Erneuerbaren‑Anteil der Linzer Fernwärme um 10 bis 15% wachsen, bei gleichbleibendem Brennstoffeinsatz.
Kernpunkte auf einen Blick:
- Mehr erneuerbare Wärme aus bestehender Infrastruktur
- Effizientere Nutzung von Ressourcen, weniger spezifische Emissionen
- Stärkung der regionalen Versorgung – zusätzlich können bis zu 15.000 Wohnungen mit Wärme versorgt werden
Die Anlage kombiniert Kondensation- und Wärmepumpentechnik. Wasserdampf im gereinigten Rauchgas wird gezielt unter den Taupunkt abgekühlt. Die dabei freiwerdende Kondensationswärme wird über eine Großwärmepumpe auf das für die Fernwärme benötigte Temperaturniveau angehoben und ins Netz eingespeist.
Der Ablauf in Schritten:
1. Die Basis:
In den Heizkraftwerken der LINZ AG (dem Biomasse-Heizkraftwerk und dem Reststoff-Heizkraftwerk) wird Strom erzeugt. Dabei entsteht: Abwärme, die bereits für Fernwärme genutzt wird und Rauchgas, das Wasserdampf enthält. Dieser Wasserdampf ist noch sehr energiehaltig, wird aber normalerweise nach der Reinigung über den Kamin abgegeben. Genau hier setzt der Wärme-Wandler an.
2. Unterschreiten des Taupunkts:
Das Rauchgas wird so stark abgekühlt, dass der Wasserdampf darin kondensiert (also zu Wasser wird). Beim Kondensieren wird latente Wärme frei – das ist Energie, die im Wasserdampf gespeichert war.
Diese Wärme wäre bisher verloren gegangen, wird nun aber zurückgewonnen.
3. Wärmepumpenprozess:
Nachdem die freiwerdende Wärme noch nicht die richtige Temperatur für das Fernwärmenetz hat, hebt eine Großwärmepumpe anschließend die Temperatur effizient auf ein nützliches Niveau an.
So wird aus der „Restwärme“ eine nutzbare, hochwertige Wärmequelle.
4. Einbindung ins Fernwärmenetz:
Die gewonnene Wärme wird direkt ins Fernwärmenetz eingespeist, das Kondensat wird aufbereitet und sicher weitergeleitet.
Das Ergebnis: Mehr Fernwärme aus derselben Brennstoffmenge, ohne zusätzlichen Energieeinsatz
Was macht diese Lösung besonders?
- Sie erschließt Restabwärme, die bislang ungenutzt blieb
- Sie arbeitet energieeffizient, da die Wärmepumpe vorhandene Umwelt‑/Prozesswärme nutzt
- Sie erhöht den erneuerbaren Anteil, ohne zusätzliche Primärenergie einzusetzen
Leistungsdaten
- ca. 35 Megawatt zusätzliche Wärmeleistung
- ca. 150.000 Megawattstunden Wärme pro Jahr
- Österreichs bislang größte Anlage dieser Art
Einordnung & Nutzen
- Die zusätzliche Wärmeleistung ermöglicht eine merkliche Erhöhung des erneuerbaren Fernwärmeanteils in Linz
- Die hohe Leistungsdichte macht die Lösung für dicht bebaute urbane Netze besonders wirkungsvoll
- Der Schadstoffausstoß sinkt anteilsmäßig
Energieeffizienz
- Nutzung der letzten nutzbaren Restenergie aus Biomasse‑ und Reststoffprozessen
- Mehr Wärme bei gleichen Brennstoffen
Leistungsstärke & Versorgungssicherheit
- Österreichs bislang größte Anlage dieser Art
- Es können bis zu 15.000 zusätzliche Wohnungen können versorgt werden
Klima & Umwelt
- Mit gleich viel Brennstoff können mehr Wohnungen versorgt werden
- Stetiger Ausbau des Erneuerbaren‑Anteils in der Fernwärme
Aktueller Projektstatus: Engineering, Bauplanung und Genehmigungen laufen
- Baubeginn: 2026
- Anlagenmontage: 2027/2028
- Inbetriebnahme: 2029
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