Kältezentale Musiktheater Linz

Wie funktioniert Fernkälte?

Das Prinzip Fernkälte

Kältezentrale am Dach des Musiktheaters mit Skyline Linz

Das Fernkältenetz der LINZ AG ist ein erdverlegtes Leitungs- bzw. Rohrsystem, durch welches das Kaltwasser zum Kühlen von der Fernkältezentrale (FKZ) in die versorgten Gebäude geleitet wird.

Die Fernkälteerzeugung basiert auf der Abkühlung von Wasser durch Kältemaschinen in einer Kältezentrale. Das abgekühlte Kaltwasser (5 - 7 °C) gelangt über eine Rohrleitung zu den Gebäuden und wird dort von der jeweiligen Haustechnikanlage übernommen. Dort nimmt es die entstehende Abwärme auf und läuft mit zirka 16 °C zur erneuten Abkühlung zurück in die Kältezentrale

Die Fernkälte wird zentral erzeugt und an die Abnehmer verteilt. Statt eigener Kältemaschinen ist nur eine platzsparende Übergabestation erforderlich. Da es sich bei der Fernkälte um ein geschlossenes System handelt, erfolgt kein Eingriff in die Wasserökologie.

Innovative Fernkälteerzeugung

Der Antrieb der Kältemaschinen in den bestehenden Fernkältezentralen der LINZ AG erfolgt elektrisch. Die LINZ AG setzt im Rahmen der Fernkälteerzeugung nun auch auf zwei innovative Highlights, die das Stromnetz enorm entlasten. Zum einen wird in Kürze das Drainagewasser der Donau für die Fernkälteerzeugung genutzt (Fernkältezentrale Donaupark), zum anderen wird künftig in der Fernkältezentrale Wiener Straße die aus der thermischen Verwertung von Abfall entstehende Fernwärme für die Kälteerzeugung eingesetzt.

Die LINZ AG nutzt für ihre Fernkälteerzeugung bzw. für die Rückkühlung auch sogenanntes Drainagewasser der Donau und damit natürlich gekühltes Wasser.

Durch den Einsatz von Drainagekühlwasser können bei den Kältemaschinen niedrigere Kondensationsdrücke gefahren werden, weshalb weniger Verdichtungsarbeit geleistet werden muss. Dadurch sinkt der Stromverbrauch.

Derzeit wird für die Kühlwassergewinnung zur Fernkälteerzeugung im Donaupark eine Kühlwasserleitung mit rund 300 mm Durchmesser (1,7 km) vom Donaupark bis zum Drainagepumpwerk Handelshafen im Bereich Derflingerstraße/ Industriezeile mit einem eigenen Pumpwerk gebaut.

Der Antrieb der Kältemaschinen in den bestehenden Fernkältezentralen der LINZ AG erfolgt elektrisch. In der neuen Fernkältezentrale in der Wiener Straße wird künftig Fernwärme für einen erheblichen Anteil der Kälteerzeugung eingesetzt.

  1. Aus Abfall wird Fernwärme: Im hocheffizienten Reststoffheizkraftwerk in Linz-Mitte werden jährlich aus etwa 200.000 Tonnen Reststoffen, die in der vorgelagerten Reststoffaufbereitungsanlage aufbereitet werden, und aus rund 50.000 Tonnen Klärschlamm von der Kläranlage Asten Strom und Fernwärme erzeugt.
  2. Aus Fernwärme wird Fernkälte: Die Antriebsenergie zum Betrieb der für die Fernkälte-Abdeckung zuständigen Kältemaschinen ist thermisch und kommt aus dem Linzer Fernwärmenetz. Die eingesetzte Fernwärme wiederum ist ein Produkt der thermischen Verwertung von Abfall.

Der Einsatz von thermischer Energie (Fernwärme) für die Fernkälteerzeugung ist nachhaltig. Durch die Nutzung des im Sommer vorhandenen Potenzials aus der Fernwärmeerzeugung (sog. Sommerwärme) wird das Stromnetz entlastet. Dadurch werden Stromverbrauchsspitzen vermieden, und der Stromverbrauch sinkt enorm.

Der Einsatz von Drainagewasser bzw. Fernwärme senkt im Vergleich zu herkömmlicher Eigenkälteerzeugung in den Kundenanlagen den Stromverbrauch um bis zu zwei Drittel.
Mag. DI Josef Siligan, Vorstand Ressort Energie
Fernkältezentrale Donaupark

Ausbau des Fernkältenetzes

In den letzten Jahren stieg der Bedarf an Raumkühlung und innerstädtisch der Bedarf an Fernkälte.

Um diesem steigenden Bedarf gerecht zu werden, ist in den nächsten Jahren eine an Bedarf und Machbarkeit orientierte Fernkälte-Offensive geplant. Aktuell werden die Fernkältezentralen im Stadtgebiet Linz ausgebaut und weitere Fernkältezentralen errichtet.

Fernkälte-Offensive

Bernhard Alois Kreindl
Ing. Bernhard Alois Kreindl LINZ STROM GAS WÄRME Bereich Wärme
Wiener Straße 151
4021 Linz
Tel. 0732/3400-6014
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