Eine junge Frau steht mit ausgestreckten Armen im Wald und blickt in die Baumkronen

Umwelt- und Klimaschutz

Umwelt- und Klimaschutz stehen im Fokus unserer strategischen Ausrichtung. Mit einer transparenten CO2-Bilanz, einem Klimaübergangsplan und der Analyse klimabezogener Risiken schaffen wir die Basis für nachhaltige Entscheidungen. Ergänzende Environmental-Kennzahlen geben Einblick in unsere Maßnahmen und deren Wirkung.

CO2-Bilanz

Grafische Darstellung der CO2-Bilanz der Linz AG (Scope 1 bis 3)
Übersicht Emissionskategorien

Die CO2-Bilanz erfasst sämtliche direkte und indirekte Treibhausgasemissionen unseres Unternehmens entlang der Wertschöpfungskette. Dazu zählen Scope 1 (direkte Emissionen aus eigenen Anlagen und Fahrzeugen), Scope 2 (indirekte Emissionen aus der Erzeugung eingekaufter Energie) sowie Scope 3 (weitere indirekte Emissionen aus vor- oder nachgelieferten Aktivitäten der Liefer- und Nutzungsketten).

Die Abgrenzung und Systematik der Emissionen erfolgen gemäß dem international anerkannten Greenhouse Gas Protocol (GHG Protocol), das eine einheitliche und vergleichbare Zuordnung der Emissionen zu den jeweiligen Scopes ermöglicht. Es dient als zentrale Datengrundlage zur Identifikation wesentlicher Emissionstreiber, zur Ableitung gezielter Reduktionsmaßnahmen sowie zur transparenten Berichterstattung über unsere Klimawirkung.

Grafik downloaden (PDF, 157 kB)

Unsere Treibhausgasbilanz zeigt auf, welche Klimawirkung unsere Geschäftstätigkeit insgesamt hat. Sie erfasst nicht nur Kohlendioxid (CO2), sondern auch weitere klimarelevante Gase wie Methan oder Lachgas, die in CO2-Äquivalente umgerechnet werden. Die Erhebung und Zuordnung der Emissionen erfolgt nach dem GHG Protocol. Dadurch werden alle relevanten Emissionen systematisch den Bereichen Scope 1, Scope 2 und Scope 3 zugeordnet – von direkten Emissionen im eigenen Betrieb über eingekaufte Energie bis hin zu Emissionen entlang der Liefer- und Nutzungsketten. Die Treibhausgasbilanz schafft Transparenz über unsere Klimawirkung, dient als zentrale Grundlage zur Bewertung der Klimarelevanz einzelner Aktivitäten und bildet die Grundlage für gezielte Maßnahmen zur Emissionsreduzierung.

LINZ AG Treibhausgasbilanz in Tonnen (GJ 2025)

Scope 1: 453.193
Scope 2: 7.150
Scope 3: 682.529
Gesamt: 1.142.872

Hinweis: Die Summe kann Rundungsdifferenzen beinhalten.

LINZ AG CO2-Bilanz GJ 2025 im Detail

Weitsicht: Klimaübergangsplan

Die LINZ AG orientiert sich beim Klimaübergangsplan an europäischen und nationalen Vorgaben sowie an den Zielen des Pariser Klimaabkommens. Im Zentrum stehen die direkt beeinflussbaren Emissionen aus Scope 1 und Scope 2, die den größten Hebel für kurzfristige und wirksame Maßnahmen bieten. Der Klimaübergangsplan definiert den Weg in eine klimaneutrale Zukunft und macht diesen strategisch, transparent und nachvollziehbar.

Verankert in der Nachhaltigkeitsstrategie und im Einklang mit den 17 globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (SDGs) bildet der Climate Transition Plan den notwendigen Rahmen für alle weiteren Schritte. Die LINZ AG verfolgt eine langfristige Strategie zur Reduktion von Treibhausgasemissionen in allen Geschäftsbereichen. Im Mittelpunkt steht die schrittweise Dekarbonisierung der Energieerzeugung und der Einsatz nachhaltiger Technologien.

Chancen und Herausforderungen: Klimarisikoanalyse

Die Klimarisikoanalyse bewertet, wie sich physische und transitorische Klimarisiken auf die Geschäftstätigkeit auswirken können. Ziel der Klimarisikoanalyse ist es, klimabezogene Risiken und Chancen frühzeitig zu identifizieren und deren potenzielle Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit strukturiert zu beurteilen. Dabei werden sowohl direkte physische Auswirkungen des Klimawandels als auch Risiken und Chancen aus dem Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft betrachtet. Die gewonnenen Erkenntnisse sind Teil des konzernweiten Risikomanagements und unterstützen eine vorausschauende Einschätzung klimabezogener Entwicklungen im Unternehmensumfeld.

Übersicht der Klimawirkungen der Linz AG nach Schadensausmaß und Eintrittswahrscheinlichkeit je Klimarisiko und Risikocluster
Klimaauswirkungen der LINZ AG

Physische Klimarisikoanalyse

Physische Klimarisiken beziehen sich auf direkte Auswirkungen des Klimawandels auf Geschäftsaktivitäten, Infrastruktur und alle anderen Assets der LINZ AG. In der Analyse werden dabei sowohl akute als auch chronische physische Klimarisiken berücksichtigt. Im Fokus stehen kurzfristig auftretende Extremereignisse wie Hitzeperioden, Starkregen oder Hochwasser ebenso wie langfristige klimatische Veränderungen, etwa Temperaturanstiege oder veränderte Niederschlagsmuster.

Die Bewertung erfolgt anhand von Klimaprojektionen mit mittelfristigem und langfristigem Zeithorizont entlang relevanter Geschäftsaktivitäten und Standorte, um mögliche Auswirkungen auf Anlagen, Netze und operative Abläufe frühzeitig zu erkennen. Als Datengrundlage werden hierfür mehrere international anerkannte Datenquellen herangezogen, insbesondere Klimadaten des Copernicus Climate Change Service (C3S), statistische Daten von Eurostat, sowie weitere Klimafaktor-spezifische Datenbanken (z.B. für Hochwasser). Die Ergebnisse der physischen Klimarisikoanalyse und deren laufendes Monitoring unterstützen die LINZ AG dabei, potenzielle Verwundbarkeiten besser zu verstehen und klimabezogene Aspekte in bestehende Risikomanagement-Prozesse zu integrieren.

Die Abbildung (PDF, 423 kB) zeigt die identifizierten Klimawirkungen nach Schadensausmaß und Eintrittswahrscheinlichkeit.

Transitorische Klimarisikoanalyse

Die transitorische Klimarisikoanalyse betrachtet Risiken und Chancen, die sich aus dem Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft ergeben. Sie orientiert sich an den Anforderungen der CSRD und berücksichtigt insbesondere regulatorische Vorgaben, technologische Entwicklungen, Marktveränderungen sowie potenzielle Reputationsaspekte. Die Analyse erfolgt basierend auf Szenarien und Bewertungsmodellen (z. B. REMIND-MAgPIE) sowie Klimaprojektionen des Network for Greening the Financial System (NGFS). Damit werden mehrere unterschiedliche Entwicklungspfade der Energietransformation abgebildet.

Auf dieser Grundlage werden relevante Übergangsereignisse identifiziert und deren mögliche Auswirkungen auf Geschäftsmodelle und Tätigkeitsfelder der LINZ AG CSRD-konform beurteilt. Dadurch entsteht eine fundierte Grundlage für die Einordnung klimabezogener Entwicklungen im wirtschaftlichen Umfeld des Unternehmens. Die Ergebnisse der transitorischen Klimarisikoanalyse ermöglichen es der LINZ AG, klimabezogene Übergangsrisiken und -chancen im Kontext der Energietransformation strukturiert zu bewerten und in strategische Überlegungen sowie bestehende Steuerungs- und Risikomanagementprozesse einfließen zu lassen.

Transitorische Risiken

Transitorische Chancen

Steuerbarkeit: weitere Environmental-KPIs

Da das Thema Klima- und Umweltschutz einen zentralen Stellenwert hat, erfassen wir ergänzend auch zusätzliche Environmental-KPIs, die über die zentralen Handlungsfelder hinausgehen. Der Fokus liegt hierbei insbesondere auf der Trinkwasserversorgung, der Abwasserentsorgung und der Kreislaufwirtschaft.

Diese Kennzahlen liefern uns wichtige Einblicke in die ökologischen Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit und ermöglichen eine fundierte Steuerung sowie kontinuierliche Optimierung unserer Prozesse. Sie tragen dazu bei, dass wir nicht nur unsere strategischen Ziele im Blick behalten, sondern auch frühzeitig Handlungsbedarfe erkennen und nachhaltige Verbesserungen in allen relevanten Umweltbereichen erzielen können.

Umwelt-KPIs der LINZ AG
ESR
Wesentliches Thema
KPI
2025
ESRS E3
Wasser
Gelieferte Trinkwassermenge
21.387.481 m3
ESRS E3
Wasser
Gereinigte Abwassermenge
58,3 Millionen m3
ESRS E2
Umweltverschmutzung
Öffentlicher Personennahverkehr
als Ersatz zu Individualverkehr
107,2 Millionen Fahrgäste
ESRS E5
Kreislaufwirtschaft
Eigenes Abfallaufkommen
96.822,9 to

Klimaschutzprojekte und innovative Lösungen

Mit innovativen Lösungen und gezielten Investitionen setzen wir auf Energieeffizienz, den Ausbau erneuerbarer Energien und Klimaschutzprojekte. So übernehmen wir Verantwortung für eine lebenswerte Zukunft. Nachfolgend sind exemplarisch einige aktuelle Projekte angeführt.

LINZAG_groxpressimages.at
Am Gelände des Energieparks Linz-Mitte wird der Wärme-Wandler realisiert

Der aktuell in Bau befindliche, energieeffiziente „Wärme-Wandler“ ist eine innovative Kombination aus Kondensationsanlage und Wärmepumpe zur Wärmerückgewinnung. Die LINZ AG wird mit diesem Projekt im Kraftwerkspark Linz-Mitte ihren Erneuerbaren-Anteil in der Wärmeerzeugung ohne zusätzlichen Energieeinsatz um 10 bis 15 Prozent steigern.

Funktionsweise: Der im Abgas aus der Fernwärmeerzeugung enthaltene Wasserdampf wird abgekühlt und kondensiert. Eine Großwärmepumpe speist anschließend den kondensierten Wasserdampf ins Fernwärmenetz ein.

Hochwasserschutz im Linzer Handelshafen LINZ AG/Fotokerschi
Geschlossenes Hafentor im Pumpenbetrieb

Das Jahrhundertprojekt „SAVE Port of Linz“ schützt den Handelshafen, die angrenzenden Industrieflächen und Teile der Innenstadt auf einem Gebiet von 560 Hektar vor bis zu einem 300-jährlichen Hochwasser. Das Herzstück ist ein 26 Meter breites Hochwasserschutztor mit integrierten Pumpen, ergänzt durch mobile Hochwasserschutzsysteme und eine Notlände.

Das Klimawandelanpassungsprojekt schützt vor extremen Hochwasser, sichert die Infrastruk-tur und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und erhält die Funktionsfähigkeit des Linzer Hafens auch bei Hochwasser. Bei dem Projekt handelt es sich um einen Teil des Masterplans „Projekt Neuland“.

Hochwasserschutz Handelshafen Linz

WIST-Studentenwohnheim mit PV-Fassade LINZ AG/Werner Kerschbaummayr

Das Leuchtturmprojekt liefert einen wichtigen Beitrag zur urbanen Energiewende. In Linz wurde die größte PV-Fassade Österreichs mit einer Leistung von 273 kWp errichtet. Parallel dazu wurde ein 100 kWh-Stromspeichers zur Maximierung der Eigenstromnutzung installiert. Es handelt sich um eine energetische Gebäudesanierung inklusive Wärmedämmung und moderner Haustechnik.

Zusätzlich kam es zur Errichtung von vier E-Ladestationen mit je 22 kW. Das Projekt setzt auch auf Bewusstseinsbildung für klimaneutrales Wohnen und auf internationale Multiplikatoren, nämlich Studierende aus über 140 Ländern. Es wurde im September 2025 fertiggestellt.

Klimaneutrales Wohnen

Landstrom-Anlage im Linzer Hafengebiet LINZ AG/Fotokerschi
Landstromanlage Energieterminal LINZ AG HAFEN

Mit der Errichtung moderner Landstromstationen für die Donaukreuzfahrtschiffe an der Linzer Donaulände und in Engelhartszell startete die LINZ AG ein bedeutendes Umweltschutzprojekt. Der große Vorteil von Landstromanlagen ist die beträchtliche Reduktion der Lärm- und Luftschadstoff-Emissionen an den Anlegestellen. Sowohl die Bevölkerung als auch das Personal und die Passagiere auf den Schiffen profitieren unmittelbar davon.

Neben den Landstromanlagen für Kreuzfahrtschiffe bietet die LINZ AG auch im Handelshafen umweltfreundliche Landstromstationen für die Binnenschifffahrt an. Diese sind mit leistungsstarken Anschlüssen ausgestattet und verpflichtend zu nutzen.

Landstrom für Kreuzfahrtschiffe

Landstrom für Binnenschifffahrt

Arial der künftigen Fernkältezentrale mit innovativem "Klimatunnel"

Das Fernkälte-Projekt mit Klimatunnel ist eine weitere große Dekarbonisierungs-Maßnahme der LINZ AG. Es punktet u.a. mit innovativer Eigenstrom-Nutzung bei der Kälteerzeugung. Die Abwärme aus der Kälteerzeugung kann gleichzeitig direkt ins Fernwärmenetz eingespeist werden.

Im Mittelpunkt des Bauprojekts steht der sog. Klimatunnel als Hauptversorgungsachse zwi-schen Prinz-Eugen-Straße und Volksgarten. Dieser unterirdische Kollektur ist höchst effizient, weil neben den Fernkälteleitungen auch Strom- und Glasfaserleitungen darin verlegt werden. Das neue Fernkältenetz wird das bislang größte im Linzer Stadtgebiet sein.

Projekt Klimatunnel (PK-Unterlage)

tim-Standort Hauptplatz Linz
Am Linzer Hauptplatz befindet sich einer von 13 tim Mobilitätsknoten.

tim – täglich. intelligent. mobil. – ergänzt das öffentliche Verkehrsangebot der LINZ AG LINIEN durch ein nutzerfreundliches Carsharing-Modell. tim erleichtert den Umstieg auf nachhaltige, gemeinsam genutzte Mobilität und schafft eine attraktive Alternative zum eigenen Auto. Die insgesamt 13 Standorte in Linz und Leonding sind direkt an Bus- und Straßenbahnhaltestellen angebunden.

Die Mobilitätsknoten verbinden (E-)Carsharing, Mietwagen, öffentliche Verkehrsmittel, AST und Ladeinfrastruktur zu einem effizienten, alltagstauglichen Gesamtangebot, welches Wege flexibel und emissionsarm macht. Das Projekt trägt zur Reduktion lokaler Emissionen und des Energieverbrauchs bei. tim entlastet Verkehrsflächen, senkt den CO2- und Schadstoffausstoß und stärkt eine umweltfreundliche Mobilitätskultur in der Stadt.

tim-linz.at

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