Abfall

Abfallvermeidung

Der beste Abfall ist jener, der gar nicht erst entsteht.

Die EU-Abfallrahmenrichtlinie gibt die sogenannte Abfallhierarchie vor. An der Spitze der Abfallhierarchie stehen die Abfallvermeidung und die Wieder- bzw. Weiterverwendung - diese werden aufgrund ihrer Wichtigkeit breiter dargestellt als die restlichen drei Entsorgungsvarianten. Die Beseitigung von Abfällen in Form von Verbrennung und Deponierung steht immer ganz am Ende des Lebenyszyklus eines Produktes - denn entlang seiner Lebenszeit sollten seine Rohstoffe möglichst oft genutzt werden. Zum Einen durch möglichst lange Nutzung ("Vermeidung") und zum Anderen durch z.B. Reparieren ("Vorbereitung zur Wiederverwendung").

Abfallvermeidung rund um Weihnachten

Angezundene Kerzen und Christbaumkugeln

Mit Dezember beginnt die besinnlichste und friedlichste Zeit des Jahres. Durch das Dekorieren in den Haushalten und das vermehrte Einkaufen von Geschenken fällt jedoch auch sehr viel Abfall an. Hier einige Tipps, wie man den Advent und das Weihnachtsfest abfallärmer und umweltfreundlicher gestalten kann:

  • Advent:
    Im Advent kommt Weihnachtsstimmung auf und so startet das große Dekorieren. Nutze dabei, was die Natur bietet: Zapfen, Wurzeln, Zweige, etc. sehen als Deko auf dem Tisch und auf dem Fensterbrett wunderschön aus. Achte beim Kauf von Dekomaterialien auf Langlebigkeit und vermeide Einwegmaterialien aus Kunststoff und Aluminium. Im Advent kommen zudem viele Kerzen zum Einsatz. Kaufe Teelichter ohne Alu-Schale und achte beim Kerzenkauf auf Qualität. Auch beim Teetrinken kann man Abfall vermeiden: statt einzeln in Teesackerl verpackt einfach lose kaufen.

  • Weihnachtsputz:
    Vor dem Fest ist meistens noch ein gründlicher Weihnachtsputz angesagt und auch dabei kann man Abfall einsparen: Weniger ist oft mehr - nur dort Reinigungsmittel einsetzen wo es unbedingt nötig ist und möglichst ökologisch einkaufen. Auf Einwegputztücher, Raumsprays und aggressive Putzmittel am besten ganz verzichten.
  • Geschenke:
    Achte beim Einkauf von Geschenken auf die Langlebigkeit und Reparierbarkeit. Frage beim jeweiligen Verkäufer nach - dies ist vor allem bei Elektrogeräten wichtig. Statt Geschenke, die die beschenkte Person vielleicht gar nicht benötigt, kann man auch Zeit schenken: einen Kinobesuch, einen Tag im Kletterpark oder ein gemeinsamer Kochkurs. Auch Gutscheine für Secondhand-Läden oder Geschäften, die unverpackte Waren anbieten, machen sich gut als Geschenke unter dem Christbaum.
    So mancher würde sich auch freuen, wenn man in seinem Namen statt eines Geschenks eine Hilfsorganisation unterstützt.
  • Geschenke verpacken:
    Verzichte möglichst auf Einwegverpackungen und Produkte mit unnötigen und großvolumigen Verpackungen. Inzwischen gibt es tolle Alternativen wie z. B. mehrfach verwendbare Geschenksäcke/-schachteln bzw. Behältnisse aus Jute, Baumwolle oder Glas. Auch mit alten Zeitungen oder Schuhschachteln können Geschenke stilvoll verpackt und dekoriert werden. Komplett verzichten sollte man auf papierähnliche Folien, die aus Kunststoff bzw. Aluminium bestehen. Diese sind als Restabfall und keinesfalls im Altpapierbehälter zu entsorgen, da sie nicht recyclebar sind. Bei der Entsorgung von Verpackungen bitte unbedingt Kartons falten und Kunststoffflaschen flachdrücken, um Volumen einzusparen!
  • Christbaum schmücken:
    Auch der Christbaum muss nicht mit aufwändig verpackten Süßigkeiten, Schneespray oder Dekomaterialien aus Kunststoff oder Aluminium (z.B. Lametta) geschmückt werden – traditionelle Christbaumkugeln und Figuren aus Holz oder Stroh lassen ihn ebenso erstrahlen.
  • Festessen:
    Plane vorausschauend und passe die Menge des Einkaufs an die Personenanzahl an. Nimm Behältnisse und Obst-/Gemüsenetze mit zum Einkauf - so können Einwegverpackungen eingespart werden. Achte bei deinem Weihnachtseinkauf möglichst auf Qualität: wähle bevorzugt biologische Lebensmittel aus und ziehe den Einkauf in Unverpacktläden, bei Bauern in der Umgebung (z.B. in Form von Biokistln) oder in Hofläden vor. Aus den vom Festschmaus übrig gebliebenen Lebensmitteln lassen sich wunderbare Restl-Menüs zaubern.

Folgende Abfallvermeidungsprojekte können Sie in Linz unterstützen:

Sammeln. WiederBeleben. WiederVerwenden.

Ein brauner Karton zur Sammlung von noch brauchbaren Altwaren.

ReVital bedeutet Wiederbelebung zur Wiederverwendung und funktioniert ganz einfach:

Man gibt intakte, funktionstüchtige Altwaren in einem der Linzer Altstoffsammelzentren ab. Dort werden sie kontrolliert gesammelt, ihre Aufbereitung in qualifizierten Einrichtungen durchgeführt und die revitalisierten Produkte an die jeweiligen ReVital Partner geliefert, welche vorwiegend beschäftigungsfördernde Organisationen sind. Um den neuen Besitzern hohe Standards zu garantieren, werden nur jene Produkte angenommen, die definierten Annahmekriterien entsprechen und vollständig, unbeschädigt und ansehnlich sind.

ReVital Box:

Um die Sammlung leichter zu machen, gibt es die ReVitalbox. Der Karton wird im flachen Format in den Linzer Altstoffsammelzentren ausgegeben, kann schnell und einfach zusammengebaut werden und ist auch im gefüllten Zustand leicht transportierbar.

In Linz werden die aufbereitete Waren in Volkshilfe Shops verkauft. Wo Sie diese finden, welche Altwaren Sie abgeben können und an welchen Stellen, finden Sie HIER.

Verleih des Geschirrmobils

Bereits in den 90er Jahren hat sich die Stadt Linz mit dem Schwerpunkt Abfallvermeidung auf Festen und Veranstaltungen beschäftigt. Die meisten der damals eingeführten Maßnahmen (wie die Verwendung von Mehrweghäferl auf Weihnachtsmärkten oder eben das Geschirrmobil) gehören zum Linzer Erscheinungsbild.

Weitere Infos erhalten Sie HIER

Tipps und Tricks zur Abfallvermeidung

Jeder kann durch kleine Änderungen im Alltag einen Beitrag zum Umwelt- und Naturschutz und somit zum Schutz unserer Lebensgrundlage leisten:

Tipps für den alltäglichen Einkauf:

  • Schreiben Sie sich vor dem Einkaufen eine Liste und kaufen Sie nur das ein, was Sie wirklich brauchen.
  • Achten Sie darauf, möglichst verpackungsarme Produkte einzukaufen. Meiden Sie großvolumige Verpackungen.
  • Vergleichen Sie Grundpreise - oft sieht es auf den ersten Blick nur so aus, als wären Großpackungen billiger.
  • Nutzen Sie Mehrweg-Angebote.
  • Nutzen Sie Mehrwegnetze und -säcke für den Einkauf von Gemüse und Obst. Die in Lebensmittelgeschäften angebotenen Plastiksackerl, aber auch Papier- und Bioplastiksäcke sind Einwegprodukte, die nur selten ein weiteres Mal genutzt werden.
  • Nehmen Sie Ihre eigenen Vorratsdosen und - behälter mit. Viele Lebensmittelketten bieten inzwischen die Möglichkeit an, sich Wurst, Käse, etc. in eigene Behälter füllen zu lassen.
  • Inzwischen gibt es immer mehr Lebensmittelgeschäfte, die möglichst auf Verpackungen verzichten. Nutzen Sie dieses Angebot auch in Linz - hier hat Anfang 2020 der "Unpackbar"-Laden seine Pforten geöffnet.
  • Kaufen Sie kein Wasser in Flaschen. Österreichs Wasser ist sehr guter Qualität. Wenn Sie Wasser mit Kohlensäure wollen, gibt es inzwischen Alternativen, um dieses zuhause herzustellen (z.B. Sodastream).
  • Kaufen Sie, wenn Sie entsprechenden Behältnisse bereits zuhause haben, möglichst Nachfüllpackungen. Hier passt mehr Inhalt in weniger Verpackungsmaterial.

Abfallvermeidung in den eigenen 4 Wänden

  • Nutzen Sie statt Einweg-Papierservietten wiederverwendbare, waschbare Stoffservietten.
  • Statt Küchenrolle können Sie ebenso Geschirrtücher oder andere Putztücher verwenden.
  • Nutzen Sie für das Aufbereiten von Jausen eigene Mehrwegbehältnisse oder Wachstücher statt Einwegverpackungen wie Alufolie oder Butterbrotpapier.
  • Viele Staubsauger kommen inzwischen ohne Beutel aus. Wenn Sie einen neuen benötigen, achten Sie beim Kauf darauf, dass er beutellos funktioniert.

Abfallvermeidung im Badezimmer:

  • Nutzen Sie Produkte mit Austauschmöglichkeit z.B. Zahnbürsten mit Wechselkopf oder Rasierer mit Wechselklingen. Dann ist nicht gleich das ganze Produkt zu entsorgen, wenn die Borsten bzw. Klingen abgenutzt sind.
  • Nutzen Sie Seife und festes Shampoo statt Duschgel und Shampoo in Flasche. Meist sind diese nur in Papier eingepackt und man kommt lange damit aus.
  • Nutzen Sie statt Wattepads (oder Abschminktücher) wiederverwendbare Pads aus Stoff.

Kleidungseinkauf geht auch nachhaltig

  • Achten Sie beim Kleidungseinkauf auf Qualität. Besonders billige Waren haben meist keinen emotionalen Wert, eine kurze Lebensdauer und landen daher schnell im Abfall.
  • Nutzen Sie nach Möglichkeit das Angebot von Second-Hand-Läden, Flohmärkten und Online-Tauschbörsen. Die ist nicht nur etwas für Bedürftige. Oft findet man gerade dort besondere Stücke mit Seltenheitswert zu einem guten Preis.
  • Entsorgen Sie nicht mehr benötigte Altkleidung im Altstoffsammelzentrum. Dort wird sie entsprechend sortiert und noch brauchbare Kleidung für soziale Zwecke aufbereitet. Hier finden Sie Infos, welche Textilien im ASZ entsorgt werden können. Bedenken Sie jedoch, dass die Unmengen an Altkleidung, die in Österreich jährlich entsorgt werden, nicht alle wiederverwendet oder recycelt werden können. Die oberste Priorität hat trotzdem die Abfallvermeidung.

Das grüne Büro

  • Bedrucken Sie Papier möglichst beidseitig oder nutzen Sie nicht mehr benötigte, einseitig beschriebene Blätter zumindest für Notizen.
  • Drucken Sie Notizen mit weniger Tinten-Einsatz und in schwarz-weiß.
  • Nutzen Sie nach Möglichkeit Recycling-Papier. Wenn es dieses Angebot in Ihrer Firma noch nicht gibt, fragen Sie aktiv danach.
  • Nutzen Sie nachfüllbare Stifte und ökologische Büroartikel (Klebstoffe, Lineale und Stempel, ...)
  • Nutzen Sie für die Jause oder das Mittagessen selbst mitgebrachte Behältnisse und nehmen Sie Ihre eigene Trinkflasche mit.

Details zu ökologischen Büroartikeln können Sie gerne unter www.bueroeinkauf.at nachschlagen.

Ressourcen schonen auch im Urlaubsgenuss

  • Nehmen Sie Ihre eigene Trinkflasche mit. Sie kann Ihnen nicht nur auf der Reise sondern auch am Urlaubsort gute Dienste leisten.
  • Bereits bei der Hotelauswahl kann man auf die Umwelt achten: Besonders bei Hotels am Meer gibt es inzwischen zahlreiche Anbieter, die keine Wegwerfprodukte wie Minishampoos oder -duschgels anbieten.
  • Badeschlapfen sind oft sehr geringer Qualität und werden daher schnell zu Abfall. Achten Sie daher beim Einkauf auf Qualität und kaufen Sie keine "Einweg-Schlapfen".
  • Auf Urlaub kann man nicht komplett auf Abfall verzichten. Nehmen Sie jedoch jedenfalls Ihren eigenen Abfall von den Ausflugszielen wieder mit.
  • Nutzen Sie keine Einwegprodukte wie Strohhalme, Einwegteller, etc.

Elektrogeräte sind allgegenwärtig

  • Kaufen Sie nur Geräte, die Sie wirklich brauchen und nutzen Sie sie möglichst lange.
  • Achten Sie darauf, dass Geräte reparierbar sind und dass entsprechende Ersatzteile angeboten werden.
  • Lassen Sie Schäden an Geräten nach Möglichkeit reparieren. Sie können zum Einen den Reparaturführer nutzen. Hier kann man online nach offiziellen Reparaturstätten suchen. Zum Anderen gibt es auch immer öfter freiwillige Zusammenschlüsse, wo gemeinsam Geräte repariert werden (in Linz gibt es z.B. das Repaircafé Otelo).
  • Entsorgen Sie nicht mehr benötige Elektrogeräte in einem der vier Linzer Altstoffsammelzentren. Noch funktionstüchtige Geräte werden über das Revitalprogramm einer Wiederverwendung zugeführt. Kaputte Geräte werden verwertet, wodurch wichtige Roh- und Wertstoffe recycelt und so im Kreislauf geführt werden können.
  • Mit dem Kauf von gebrauchten Geräten (z.B. über verschiedene Onlineplattformen oder Volkshilfe ReVitalshops) spart man nicht nur Geld sondern auch Ressourcen.

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