LINZ AG-Energiewende: "Klimatunnel" und Fernkältezentrale

LINZ AG 07.07.2026 | Der Energiepark Linz-Mitte in der Linzer Nebingerstraße 1 entwickelt sich zum Zentrum der LINZ AG-Energiewende.

Eingangsbereich des Energiepark Linz-Mitte LINZ AG/Fotokerschi
Eingang zum Energiepark Linz-Mitte in der Nebingerstraße 1

Neben dem Wärmewandler* entsteht dort aktuell eine Fernkältezentrale als Ausgangspunkt für ein neues Fernkältenetz mit innovativem „Klimatunnel“. Der Tunnel verläuft als künftige Hauptversorgungsachse zwischen der Fernkältezentrale über das Design Center und die Goethestraße bis zur Rainerstraße. Die potenziellen Kundenanlangen werden direkt an das oberflächennahe Netz angeschlossen, welches vom „Klimatunnel“ gespeist wird.

Ende April 2024 beschloss der Aufsichtsrat der LINZ AG die Errichtung eines neuen Fernkältenetzes in Linz mit einer Fernkältezentrale im Energiepark Linz-Mitte und einem innovativen „Klimatunnel“ als künftige Hauptversorgungsachse. Mit dem Beschluss wurde der Weg für den zukunftsweisenden Ausbau der Fernkälte in Linz geebnet.

Nach einer hochintensiven Planungsphase hat die LINZ AG nun mit der Errichtung eines neuen Fernkältenetzes für Linz begonnen. Damit wird ein neues Kapitel in der Entwicklung einer modernen, klimafreundlichen Energieinfrastruktur für Linz aufgeschlagen. Denn mit den stetig steigenden Temperaturen wächst auch der Bedarf an effizienter Kühlung. Fernkälte etabliert sich in diesem Kontext als zukunftsweisende Alternative. Die LINZ AG nimmt hier eine Vorreiterrolle ein: Bereits im Jahr 1993 ging die erste Fernkältezentrale in Betrieb - ein Meilenstein, der zugleich den Grundstein für die heutige Entwicklung legte.

Die aktuellen Vorhaben knüpfen konsequent an diese langjährige Erfahrung an. Beide Komponenten des Projektes, sowohl die Fernkältezentrale als auch der "Klimatunnel", greifen technisch und strategisch ineinander.

Linz AG Vorstandsdirektor Josef Siligan, Landesrat Stefan Kaineder, Linz AG Generaldirektor Erich Haider, Bürgermeister Dietmar Prammer und Linz AG Vorstandsdirektorin Jutta Rinner am Gelände des Energiepark Linz-Mitte vor der Baustellentafel "Fernkältenetz Linz mit Klimatunnel" LINZ AG/Fotokerschi

"Unser Ziel ist es, unsere Leistungen so nachhaltig wie möglich anzubieten. Voraussetzung dafür sind vorausschauende Strategien, disziplinenübergreifendes Know-how, Gestaltungwillen und die Fähigkeit, gegebenenfalls schnell reagieren zu können. Jetzt ist die Zeit, Maßnahmen im Bereich Erneuerbare Energie und Klimaschutz zu setzen“, sagte LINZ AG-Generaldirektor DI Erich Haider, MBA, im Mai 2024 anlässlich des Startschusses für das nächste Energiewende-Großprojekt des Konzerns.

Darstellung der 7 Schächte des Klimatunnels zwischen Rainerstraße und der Fernkältezentrale Linz-Mitte

Die neue Fernkältezentrale bildet dabei das leistungsstarke Rückgrat der Kälteversorgung. Mit einer geplanten Leistung von bis zu 28 Megawatt (MW) – und einer Ausbauperspektive auf 40 MW – ermöglicht sie eine deutliche Reduktion von Energieverbrauch und CO2-Ausstoß im Vergleich zu herkömmlichen Kühlsystemen. (Zur Einordnung: Pro Megawatt Leistung können rund 18.000 Quadratmeter mit Fernkälte versorgt werden.) Gleichzeitig wird ein wesentlicher Teil der entstehenden Abwärme in das Fernwärmenetz integriert und so sinnvoll weiterverwendet. Ergänzt wird das System durch einen Kältespeicher, der die Effizienz weiter steigert und den Betrieb flexibler gestaltet.

Herzstück des Gesamtprojekts ist der rund drei Kilometer lange „Klimatunnel“, der in bis zu 30 Metern Tiefe zur begehbaren Infrastrukturtrasse wird. Ausgehend von der Fernkältezentrale stellt er durch seinen Verlauf über das Design Center und die Goethestraße bis zur Rainerstraße die zentrale Versorgungsachse der Linzer Fernkälteversorgung dar. Die potenziellen Kundenanlangen werden ausgehend von den sechs Schächten direkt an das oberflächennahe Netz angeschlossen. Errichtet wird der Tunnel mittels eines präzisen Microtunneling-Verfahrens (Vollschnittvortrieb). Die Fertigstellung des Klimatunnels sowie der Bau und die Inbetriebnahme der Fernkältezentrale sind aus heutiger Sicht für Mitte 2028 geplant.

Trassenverlauf des "Klimatunnels" (JPG, 2 MB)

Logo der Europäischen Investitionsbank

Die Europäische Investitionsbank unterstützt das Projekt

Das innovative Fernkälteprojekt weist ein Investitionsvolumen von rund 100 Millionen Euro auf. Den Innovationsgehalt und die Klimarelevanz des Projekts unterstreicht nicht zuletzt die Unterstützung der Europäische Investitionsbank (EIB). Die EIB stellt der LINZ AG insgesamt 200 Millionen Euro für klimafitte Infrastruktur in Linz zur Verfügung. Ein Teil davon wird in das Fernkälteprojekt investiert. Darüber hinaus wurde eine Bundesförderung im Rahmen der Klima- und Umweltschutzförderung (KPC) beantragt.

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