Bild eines Würfels mit der Aufschrift H2 im Wasser

Wasserstoff - Energieträger der Zukunft?

Wasserstoff ist ein vielseitig einsetzbarer und transportierbarer Energieträger. Er kann Energie aus dem Sommer für den Winter speichern, von der Industrie in ihren Prozessen eingesetzt werden oder mithilfe von Brennstoffzellen Elektromotoren von Bussen oder LKWs antreiben. Aus diesem Grund beschäftigt sich ein internes Expertennetzwerk aktuell mit der Fragestellung, welches Potential Wasserstoff als zukünftiger Energieträger für die kommunale Daseinsvorsorge haben kann.

Was ist Wasserstoff?

Wasserstoff ist ein chemisches Element (Abkürzung H), das drei Viertel der Masse unserer Galaxie ausmacht. Auf der Erde kommt es als ungebundenes Gas allerdings kaum vor, sondern beispielsweise in Kombination mit Sauerstoff-Atomen als Wasser (H2O). Will man Wasserstoff als Energieträger nutzen, muss er zuerst aus seinem Ausgangsstoff herausgelöst werden. Neben anderen Wegen kann die Reformierung von Erdgas oder die Wasserspaltung mit Hilfe von Strom durch Elektrolyse erfolgen. Wird der dafür benötigte Strom aus erneuerbaren Enerieträgern hergestellt, entsteht klimaneutraler Wasserstoff, der einen wesentlichen Beitrag zu einer CO2-neutralen Energiezukunft leisten kann.

Wasserstoff in der LINZ AG

Mit ihren Dienstleistungen und Produkten sichert die LINZ AG die Grundversorgung der Menschen in Linz und den Umlandgemeinden, sowie die Bereitstellung von Infrastruktur für Betriebe im Zentralraum. Umweltbewusster Umgang mit den natürlichen Ressourcen ist eine Grundlage unserer Arbeit und in diesem Verantwortungsbewusstsein setzen wir auf neueste technologische Entwicklungen.

Daher beschäftigt sich die LINZ AG derzeit intensiv mit dem Energieträger Wasserstoff.

Fokus auf klimaneutralen Wasserstoff

Wasserstoff ist als Energieträger seit über 200 Jahren bekannt und umfassend erforscht. Im früheren Stadtgas beispielsweise waren mindestens 26 %, oft deutlich über 50 % Wasserstoffanteil. Derzeit wird Wasserstoff jedoch hauptsächlich als Rohstoff zur Weiterverarbeitung in Raffinerien oder in der chemischen Industrie eingesetzt. Über 90 % des Wasserstoffbedarfs wird heute noch mit Wasserstoff aus fossilen Quellen gedeckt, hauptsächlich aus Erdgas, Erdöl oder Kohle. Das verursacht zum Beispiel in der EU jährlich zwischen 70 bis 100 Millionen Tonnen Kohlendioxyd.

Betrachtet man den prognostizierten Wasserstoffbedarf laut der Wasserstoffstrategie der EU, aber auch der nationalen Wasserstoffstrategie Österreichs, wird sich der Bedarf an Wasserstoff noch vervielfachen. Die Wasserstoffstrategie für Österreich gibt eine Produktion von fünf Terawattstunden im Jahr 2030 und unter Verweis auf die Österreichische Energieagentur im Jahr 2040 einen Bedarf von 16 bis 25 Terawattstunden vor. Im Sinne des Klimaschutzes ist daher die bisher auf fossilen Quellen basierende Wasserstoffproduktion durch klimaneutralen Wasserstoff zu ersetzen, sowie im Anschluss der Ausbau der Wasserstoffkapazitäten anzustreben.

Die LINZ AG fokussiert sich daher bei all ihren Überlegungen rein auf klimaneutralen Wasserstoff und somit auf Wasserstoff, der aus erneuerbaren Energieträgern hergestellt wird. Dieser wird grundsätzlich in Herstellungsverfahren auf Basis von erneuerbarem Strom oder Biomasse nachhaltigen Ursprungs produziert.

Fokus auf schwer zu dekarbonisierende Anwendungen

Die energiepolitischen Diskussionen der letzten Jahre sowie die dazu durchgeführten wissenschaftlichen Studien kamen zum Schluss, dass eine direkte Stromnutzung, also eine Nutzung der elektrischen Energie, ohne weitere Umwandlungsschritte, wo diese technisch möglich und sinnvoll ist, zu maximieren sei. Die LINZ AG folgt diesen Einschätzungen: Beispielsweise mit dem Angebot von Wärmepumpenlösungen in Wohnhäusern, wo kein Fernwärmeanschluss möglich ist, oder mit dem Ausbau von innovativen Ladelösungen für die Elektromobilität.

Die LINZ AG sieht klimaneutralen Wasserstoff als hochwertigen Energieträger mit einer Vielzahl von möglichen technischen Anwendungen, der jedoch begrenzt verfügbar sein wird. Um einen sinnvollen und energetisch effizienten Einsatz von klimaneutralem Wasserstoff zu gewährleisten, ist die LINZ AG überzeugt, dass dieser fokussiert erfolgen sollte. Der Beitrag von klimaneutralem Wasserstoff soll daher primär für jene Anwendungen priorisiert werden, die besonders schwer zu dekarbonisieren sind und keine alternativen Dekarbonisierungspfade zulassen. Hier sind vor allem stoffliche und energetische Anwendungen in der energieintensiven Industrie sowie in speziellen, schwer elektrifizierbaren Bereichen in der Mobilität vorstellbar.

Gemäß unserer Rolle als Infrastrukturversorger für die Menschen und Betriebe in Linz und den Umlandgemeinden untersucht die LINZ AG somit derzeit die Möglichkeiten und Potentiale entlang der gesamten Wertschöpfungskette des erneuerbaren Wasserstoffs, um unseren Kundinnen und Kunden auch mit diesem hochwertigen Energieträger die beste Versorgungssicherheit und attraktive Dienstleistungen garantieren zu können. Das reicht vom Ausbau erneuerbarer Energieversorgung zur Verfügungstellung von sauberer Elektrizität für eventuelle Elektrolyseprojekte unserer Partner und Kunden, über den Ausbau unserer Netze und die Prüfung des Aufbaus eigener Wasserstoffkapazitäten. Die Verteilung des klimaneutralen Wasserstoffs über leitungsgebundene Infrastruktur soll ermöglichen, eigene Wasserstoffanwendungen bei speziellen Mobilitätsanforderungen umzusetzen, bzw. für unsere Gewerbe- und Businesskunden die kontinuierliche stoffliche Nutzung des klimaneutralen Wasserstoffs zu ermöglichen.

LINZ AG tritt Wasserstoff-Netzwerken Hydrogen Austria und WIVA P&G bei

Wasserstoff-Experte in der LINZ AG, Dominik Matheisl, BSc, mit LINZ AG-Generaldirektor DI Erich Haider, davor eine Miniatur einer Wasserstoff-Anlage zur Veranschaulichung, wie klimaneutraler Wasserstoff durch Elektrolyse gewonnen werden kann. LINZ AG/P. Kerschbaummayr

Um im Erfahrungsaustausch mit anderen Unternehmen die aktuellen Entwicklungen rund um Wasserstoff diskutieren und dadurch lernen zu können, trat die LINZ AG zwei österreichischen H2-Kompetenzzentren, der Hydrogen Austria und der WIVA P & G bei.

Weiterführende Infos zu den Wasserstoffbündnissen

  • Hydrogen Austria:
    Hydrogen Austria bündelt österreichweit technologische und wirtschaftliche Kompetenzen von Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Plattformen rund um die Wasserstoff-Technologie.
    >> www.hydrogen-austria.at
  • WIVA P&G:
    WIVA P&G vereint die Erfahrungen aus mehr als 30 abgeschlossenen und laufenden Projekten Im Fokus stehen die drei Segmente Grüne Energie, Grüne Industrie und Grüne Mobilität. Der Verein bildet die organisatorische Klammer über die Wasserstoff-Fokussierung der österreichischen Energie-Vorzeigeregion. WIVA P&G zeigt, dass Österreich eine perfekt geeignete Region für den Umstieg auf ein System mit grünem Wasserstoff ist, welcher wiederum einen fundamentalen Baustein für den Transformationsprozesses des Energiesystems darstellt.
    >> www.wiva.at

Dominik Matheisl
Dominik Matheisl, BSc Produktmanagement und Innovation Energie
Tel. 0732/3400-6384
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